Brustdiagnostik

Die Brustdiagnostik umfasst in unserer Praxis die Mammographie , die Ultraschalluntersuchung, die MRT der Brust und die sonographisch geführte Stanzbiopsie. Generell ist für Frauen ab 50 die Mammograhie das Standarduntersuchungsverfahren, evtl. ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung.

Bei jüngeren Frauen untersucht man im Regelfall mit dem Ultraschall, aber auch hier kann eine Mammographie erforderlich sein. In manchen Fällen kann die Durchführung einer MRT weitere Abklärung bringen.

Sind Knoten oder Strukturen zu sehen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, sollte eine Biopsie(Stanze) erfolgen. In unserer Praxis führen wir die sonographisch gesteuerte Biopsie durch.

Mammographie

Die Mammographie ist die röntgenologische Darstellung der weiblichen Brust. Wir verwenden eine digitale Vollfeldmammographie mit dem Mammomat „Inspiration“ der Firma Siemens, der dem neuesten Stand der Technik entspricht. Die Anlage wird arbeitstäglich auf ihre Qualität überprüft (Konstanzprüfung). Sowohl das ärztliche als auch das Assistenzpersonal werden regelmäßig geschult, weitergebildet und überprüft. Die Assistentinnen verfügen über jahrzehntelange Erfahrung und machen Ihnen die Untersuchung so angenehm wie möglich.

Wann wird eine Mammographie durchgeführt?

  • tastbarer Knoten
  • länger anhaltende Schmerzen
  • Hauteinziehungen oder Veränderungen wie lokale Orangenhaut, auffällige Verfärbungen
  • Ausfluss aus der Brustwarze, vor allem dunkle Farben
  • familiäre Vorbelastung mit Eierstock- oder Brustkrebs
  • bei auffälligem Sonographie- oder MRT-Befund
  • entzündliche Veränderungen außerhalb der Stillperiode
  • Zustand nach Brustkrebs inklusive der Vorstufen

Frauen zwischen dem 50. bis zur Vollendung des 69. Lebensjahres haben Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung innerhalb des deutschen       Mammographiescreeenings, auch ohne vorliegende Symptome.

Im Einzelfall wird das Prozedere natürlich vorher von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt festgelegt.

Wie wird eine Mammographie durchgeführt?

Die Untersuchung dauert ca.10 Minuten. Wie bei jeder Röntgenuntersuchung, sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein. Bitte benutzen Sie vor der Mammographie kein Deo, Bodylotion, Puder oder ähnliches, da Bestandteile davon auf den hochempfindlichen Aufnahmen sichtbar sein können und Befunde vortäuschen können. Dann erfolgen Aufnahmen in 2 Richtungen. Die Patientin/der Patient steht in der Regel bei der Untersuchung, die Brust wird von der Assistentin auf den kleinen Tisch des Gerätes gelegt und mit einer Plexiglasplatte komprimiert. Diese Kompression ist für die meisten Frauen schmerzfrei oder allenfalls kurz unangenehm. Bitte denken Sie daran, dass eine gute Kompression die Strahlenbelastung minimiert und die Bildqualität optimiert! Unmittelbar nach der Belichtung löst sich die Kompression automatisch. In sehr seltenen Fällen ist eine Zusatzaufnahme erforderlich, um einzelne Bezirke besser beurteilen zu können oder zu vergrößern. Zum Abschluss wird das Ergebnis der Mammographie mit Ihnen besprochen und entschieden, ob weitere Untersuchungen, z. B. eine Sonographie erforderlich sind. Die Strahlenbelastung wird durch moderne Technik so gering wie möglich gehalten.

Ultraschalluntersuchung der Brust

Geräteausstattung: SuperSonic Aixplorer Multiwave System mit Scherwellen-Elastographie und Farbdoppler.

Mit der Sonographie hat man eine schmerz- und belastungsfreie Untersuchungsmöglichkeit der Brust. Leider kann die Fragestellung nicht in allen Fällen allein mit der Sonographie beantwortet werden.

Wann eine Mammographie oder Sonographie sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Keine der beiden Untersuchungen ersetzt die andere. Je nach Alter, Festigkeit und/oder Größe der Brust kann die Sonographie, die Mammographie oder auch beides nötig sein.

Der grundsätzliche Vorteil der Mammographie liegt in der ausgezeichneten Vergleichbarkeit der Aufnahmen aus verschiedenen Jahren und der Detektion von suspektem Mikrokalk.

Der große Vorteil der Sonographie liegt in der belastungsfreien Untersuchung und der guten Unterscheidbarkeit zwischen verschiedenen Gewebstypen.

Nicht jeder Krebs kann in der Sonographie erkannt werden und nicht jeder Krebs kann je nach Untersuchungsbedingungen in der Mammographie erkannt werden. Die Entscheidung muss immer im Einzelfall durch die oder den behandelnde(n) Frauenärztin/arzt im Vorfeld und vor Ort von uns getroffen werden.

Mit dem Farbdoppler kann die Durchblutung von Strukturen dargestellt werden, in manchen Fällen hilft das bei der Diagnosefindung.

Die Scherwellen-Elastographie ist ein in der Brustdiagnostik noch neues Verfahren, das es ermöglicht, die Festigkeit des Gewebes farblich zu kodieren. Da eine bösartige Veränderung in aller Regel eine sehr hohe Konsistenz aufweist, hilft diese Neuerung bei der Entscheidung ob Krebs vorliegt oder nicht.

Eine Sonographie kann auch problemlos während der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Wann wird eine Sonographie der Brust durchgeführt?

  • tastbarer Knoten
  • länger anhaltende Schmerzen
  • Hauteinziehungen oder Veränderungen wie lokale Orangenhaut, auffällige Verfärbungen
  • Ausfluss aus der Brustwarze, vor allem dunkle Farben
  • familiäre Vorbelastung mit Eierstock oder Brustkrebs bei jungen Patienten
  • bei auffälligem Mammographie- oder MRT-befund
  • entzündliche Veränderungen außerhalb der Stillperiode
  • Zustand nach Brustkrebs inklusive der Vorstufen
  • bei Gründen die gegen eine Mammographie sprechen

Wie wird eine Sonographie durchgeführt?

Der/die Patient(in) liegen auf dem Rücken. Zur besseren Bildübertragung wird als Kontakt zwischen Brust und Gerät ein Gel benötigt das aus geliertem Wasser besteht. Es ist sehr gut hautverträglich und verschmutzt Ihre Kleidung nicht. Die Bilder können unmittelbar vom Arzt ausgewertet werden. Dann wird entschieden, ob weitere Untersuchungen, z.B. eine Mammographie, erforderlich sind.

MR-Mammographie

Geräteausstattung: Magnetom „Symphony“ der Firma Siemens mit einer Feldstärke von 1,5 Tesla

In der Kernspintomographie werden Schnittbilder angefertigt, die auf der Auslenkung von Wasserstoffatomen im Magnetfeld beruhen. Zwingend ist bei der Untersuchung der Brust die Gabe eines Kontrastmittels in die Vene. Das Kontrastmittel ist extrem gut verträglich, sehr selten treten allergische Reaktionen auf, die wir umgehend medikamentös behandeln können. Die verabreichte Menge ist mit ca. 20 ml sehr gering, Wir verwenden ein hochwertiges Produkt mit der niedrigst möglichen Risikoklassifizierung. Die Untersuchung ist nicht mit Röntgenstrahlen verbunden.

 

Wann wird eine Mamma-MRT durchgeführt?

Die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten für eine MRT, wenn

  • nach einer Brustkrebserkrankung weder mit Mammographie noch mit Sonographie entschieden werden kann, ob ein erneuter Krebsbefall im Narbenbereich vorliegt
  • ein Lymphknoten Krebszellen aufweist, deren Herkunft unklar ist

Zusätzlich kann eine MRT sinnvoll sein

  • bei histologisch gesichertem Brustkrebs zur Auffindung weiterer Herdbefunde,   die in der Mammographie und der Sonographie nicht darstellbar sind
  •  zur weiteren Einordnung von Herdbefunden, die in der Mammographie und Sonographie nicht eindeutig zu klären sind
  • bei Hochrisikopatientinnen mit genetischer (BRCA1/2-Mutation) oder stark familiärer Belastung durch Brustkrebs oder Eierstockkrebs,
  • zur Kontrolle des Therapieansprechens bei neoadjuvanter (präoperativer) Chemo- und/oder Strahlentherapie,
  • bei Brustimplantaten, die nur unzureichend mammografisch und sonografisch untersuchbar sind

Wie wird eine Mamma-MRT durchgeführt?

Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich. Die Untersuchung ist nicht möglich bei Metallimplantaten (z.B. Herzschrittmacher, Medikamentenpumpen) oder metallischen Fremdkörpern (z.B. Granatsplittern). Bei der Untersuchung liegt die Patientin auf dem Bauch. Die Brust hängt durch eine Vertiefung im Tisch nach unten. Während der Untersuchung wird Kontrastmittel über eine Armvene verabreicht. Dann werden die Bilder erstellt, das dauert etwa 20-25 Minuten und ist mit unterschiedlich starker Geräuschentwicklung verbunden. Hier ist es vor allem wichtig, dass Sie völlig ruhig liegen, richten Sie sich zu Beginn so ein, dass sie bequem liegen. Nach der Untersuchung werden die Bilder zuerst am Gerät ausgewertet, was vor allem die Erstellung von sogenannten Subtraktionen beinhaltet. Dabei wird ein Grundbild von den Bildern nach der Kontrastmittelgabe abgezogen, das erleichtert und verbessert die Erkennbarkeit von krankhaften Befunden. Anschließend besprechen wir mit Ihnen das Ergebnis.

Sonographisch geführte Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie

Ist in einer der genannten Untersuchungen ein Herdbefund oder Areal festgestellt worden, der nicht eindeutig als gutartig einzustufen ist, dann ist der nächste, am wenigsten invasive Schritt eine Stanzbiopsie, eine sog. „Stanze“. Alternativ kann die offene Biopsie, also die operative Abklärung erfolgen. Das ist natürlich mit deutlich mehr Risiken verbunden (Narkose, Infektion usw.) und führt außerdem gehäuft zu Nachoperationen. Falls die Voruntersuchungen nicht bei uns stattgefunden haben, brauchen wir die entsprechenden Unterlagen bitte unbedingt zum Biopsietermin. Vor der Untersuchung dürfen Sie bitte keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen. Hierzu gehören Aspirin (ASS), viele Schmerzmittel, Marcumar, Plavix und viele andere. Wurden Ihnen die verdünnenden Medikamente ärztlich verordnet sollten Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Vor der Untersuchung sollten Sie nicht rauchen. Essen und trinken dürfen und sollen Sie wie gewohnt.

Nach Rücksprache führen wir auch Biopsien bei schwangeren Frauen durch.

Wann wird eine sonographisch geführte Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie durchgeführt?

  • bei Knoten oder auffälligen Arealen, die im Ultraschall darstellbar sind

Sind die Veränderungen nur durch andere Methoden sichtbar (wie z.B. MRT oder Mammpographie), so sind andere Arten der Biopsie erforderlich. Wir beraten Sie natürlich ausführlich dazu.

Wie wird eine sonographisch geführte Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie durchgeführt?

  • Die Patientin/der Patient liegt auf dem Rücken
  • Darstellung der Veränderung mit dem Ultraschall und Planung des Zugangs, in der Regel von unten oder seitlich, um das Dekolleté zu schonen
  • Betäubung der Einstichstelle und des Weges zum Knoten mit örtlichem Betäubungsmittel, das kann anfangs noch kurz schmerzen und brennen
  • Nach Einsetzen der Betäubung wird ein etwa 2-3mm grosser Hautschnitt mit dem Skalpell gemacht, davon spüren Sie bereits nichts mehr
  • Über den Hautschnitt wird eine Hohlnadel vor dem Knoten positioniert, darüber kann die Biopsienadel problemlos ein-und ausgebracht werden, es sind mindestens vier Gewebsentnahmen vorgeschrieben
  • Bei der Entnahme der Proben, gibt es ein kurzes, etwas lauteres Geräusch durch die Spannfeder der Nadel (das ist für Sie nicht mit Schmerzen verbunden und wird Ihnen zu Beginn der Untersuchung einmal außerhalb des Körpers vorgeführt)
  • die Proben werden in einem flüssigkeitsgefüllten Behälter gesammelt und per Kurier an ein Speziallabor übersandt
  • Entfernung der Nadel und Kompression der Einstichstelle
  • Anlegen des Verbandes
  • anschließend bleiben Sie noch etwa 30 Minuten zur Überwachung bei uns
  • das Ergebnis der Biopsie liegt im Regelfall am nächsten Werktag vor
  • sobald uns das Resultat vorliegt, kontaktieren wir Sie, um das weitere Vorgehen zu besprechen

Deutsches Mammographiescreening

Brustkrebs ist heutzutage die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jede neunte Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens ein Karzinom der Brust. Wenn auch die häufigste, so stellt Brustkrebs im Regelfall nicht die gefährlichste Krebsart bei Frauen dar. Rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die meisten Erkrankungen heilbar.

Das Mammographie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs bei symptomlosen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Im Rahmen dieser Untersuchung kann Brustkrebs frühzeitig entdeckt werden, bevor Veränderungen im Gewebe ertastbar sind. Durch eine Früherkennung ist neben der erhöhten Heilbarkeit auch eine schonendere Behandlung möglich (mehr Brusterhaltung, reduzierte Lymphknotenentfernung, weniger Chemotherapie).

Das Mammographie-Screening-Programm garantiert dabei höchste medizinische Qualität: Von zertifizierten Fachkräften an streng kontrollierten digitalen Geräten durchgeführt, ist unsere Praxis eines der zertifizierten Screening-Zentren, welche sich auf die Brustkrebs-Früherkennung spezialisiert haben. Sogenannte Rezertifizierungsverfahren, welche in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, garantieren ein stetig hohes Niveau und fortlaufende fachliche Weiterentwicklung, um Ihnen die beste Behandlung zu ermöglichen. Nur durch das konstante Erfüllen der Prüfkriterien und dem Nachweis von jährlich wenigstens 5000 Mammographie-Aufnahmen, kann diese Zertifizierung erlangt werden.

Im Falle eines Verdachtes auf Brustkrebs oder eingeschränkter mammographischer Beurteilbarkeit werden die weiteren nötigen Untersuchungen innerhalb des Früherkennungs-Programms durchgeführt. Die Ergebnisse und das davon abhängige Vorgehen werden von den am Screeningprogramm beteiligten Ärztinnen und Ärzten gemeinsam besprochen.

Clip- oder Drahtmarkierung

Bei sehr kleinen verdächtigen Befunden können wir zusätzlich eine Draht- oder Clipmarkierung anbieten, um den Operateur bei der Lokalisierung zu unterstützen.

Ihr Weg zu uns

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80331 München

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Dr. med. Matthias Böheim
Dr. med. Andreas Vaitl
Dr. med. Johannes Vaitl

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